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Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthaus Zierer konnte die Frauen-Union (FU) Laberweinting nach zweijähriger Hängepartie wieder ein komplette Führungsriege wählen. Vorsitzende Elisabeth Huber wird von den beiden Stellvertreterinnen Monika Walter und Christine Jann tatkräftig unterstützt. Diplomingenieur Max Wolf berichtete über seine Tätigkeit in den Kernkraftwerken Isar I und Isar II. Aufgrund des Atomunfalls in Japan war die Thematik hochaktuell, weshalb von den Frauen viele Fragen zur Sicherheit gestellt wurden. Wolf stellte dar, dass die beiden Anlagen nicht nur zweifach, wie in Japan, sondern vierfach gesichert seien.
Elisabeth Huber berichtete eingangs über die Aktivitäten in der abgelaufenen zweijährigen Amtszeit. Da der Ortsverband nur eine kommissarische Führung hatte, wurden wenige eigene Aktivitäten entfaltet. Rege beteiligte man sich hingegen an den Veranstaltungen des FU-Kreisverbandes. Nach dem Kassenbericht und dem Prüfbericht von Marianne Gandorfer wurde einstimmig Entlastung erteilt. Vor den Neuwahlen erklärte Elisabeth Huber, das sie wieder als Ortsvorsitzende kandidieren werde, wenn sich ein gutes Vorstandsteam findet. Die Mitglieder waren damit einverstanden, so dass alle Wahlgänge reibungslos und einstimmig abliefen. Vorsitzende wurde Elisabeth Huber. Ihr zur Seite stehen wieder Monika Walter und als neue Stellvertreterin Gemeinderätin Christine Jann. Die Aufgabe der Schriftführerin bleibt in den Händen von Inge Schneider und die Kasse wird weiterhin von Heidi Hinreiner verwaltet. Als Beisitzerinnen gehören Elisabeth Martin, Gisela Roider und Gemeinderätin Maria Kick der FU-Vorstandschaft an. Kassenprüferinnen wurden Marianne Gandorfer und Renate Sigl. Auf Kreisebene vertreten neben Elisabeth Huber folgende Delegierte den Ortsverband: Christine Jann, Maria Kick, Heidi Hinreiner und Gisela Roider. Ersatzdelegierte wurden Inge Schneider, Monika Walter, Marianne Gandorfer und Elisabeth Martin.
Kreisvorsitzende Dr. Rosemarie Baumann betonte, wie wichtig es sei, dass Frauen sich in die Politik einbringen. Gerade das Thema Energie sei äußerst wichtig und dürfe nicht allein den Männern überlassen werden. Aus erster Hand berichtete der Laberweintinger Max Wolf über seine 28-jährige Tätigkeit im Bereich der Kernenergie. Begonnen hat er während der Bauphase bei Isar II. Nach dem Maschinenbaustudium musste er dazu eine weitere dreijährige Ausbildung in Grafenrheinfeld und bei der Kraftwerkschule in Essen absolvieren. Dabei wurden am Kernforschungszentrum in Karlsruhe auch Störfälle simuliert. Im Jahr 2005 wurden Isar I und II organisatorisch zusammengelegt, so dass er nun für beide Werke arbeitet. Als drittes Kernkraftwerk am Standort wurde kurzzeitig der Versuchsreaktor Niederaichbach betrieben. Er hatte sich nicht bewährt und wurde mittlerweile komplett abgebaut. Wolf legte dar, dass Isar I auf den Absturz eines Starfighters ausgelegt ist. Isar II verfügt sogar über einen 180 Zentimeter dicken Stahlbetonmantel, der auch den Absturz großer Passagierflugzeuge aushält.
In den beiden Kernkraftwerken sind rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt, die meisten bei E.ON und rund 150 bei Fremdfirmen. Für die Durchführung von Revisionen werden rund 1000 weitere Kräfte hinzugezogen. Beide Reaktoren hätten eine hohe Zeitverfügbarkeit von 85 bis 95 Prozent. Isar II war 2010 deutscher Meister und weltweit Vizemeister in der Stromproduktion. Für den Betrieb der beiden Reaktoren werden 92 Tonnen Uran jährlich benötigt. Um diese zu ersetzen benötigt ein Kohlekraftwerk 61.000 Tonnen Braun- oder 16.800 Tonnen Steinkohle. 140.000 Tonnen Müll, 11,2 Millionen Liter Heizöl oder 12,3 Millionen Kubikmeter Erdgas bringen alternativ dieselbe Stromproduktion. Allein um das derzeit abgeschaltete Kernkraftwerk Isar I zu kompensieren brauche man beispielsweise 1000 Windräder oder 65 Quadratkilometer Photovoltaikanlagen. Diese müssten dann aber rund um die Uhr laufen, sagte Wolf. Landtagsabgeordneter Zellmeier betonte, dass in der Energiepolitik eine europäische Lösung notwendig sei. Der Import von Atomstrom sei auf keinen Fall die richtige Alternative. Die Stromerzeugung müsse sicher, umweltfreundlich und bezahlbar sein.
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Die neue Vorstandschaft der FU Laberweinting mit (hinten v.l.) MdL Josef Zellmeier, Referent Max Wolf, stellv. Kreisvorsitzende Brigitte Rach, Kreisvorsitzende Dr. Rosemarie Baumann und (hinten re.) JU-Vorsitzendem Christoph Englbrecht
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